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Album VÖ: 20.01.17
Formate: CD, Vinyl, Download, Stream
Label: Domino
Vertrieb: GoodToGo
Website: www.austramusic.com
Facebook: www.facebook.com/austraofficial

„Menschen waren immer darin gut, sich das Ende der Welt vorzustellen“, schrieb die amerikanische Journalistin, Aktivistin und Essayistin Rebecca Solnit einmal, „was viel leichter ist, als sich die außergewöhnlichen Seitenpfade des Wandels in einer Welt ohne Ende auszumalen.“

Die Zukunft wird nicht so aussehen wie die Vergangenheit: Dystopische Schreckensbilder setzen dies als gegeben voraus, aber utopische Vorstellungen sind für die Menschheit ebenso wichtig. Future Politics, Austras drittes und bis dato ambitioniertestes Album, ist ein Aufruf, sich radikalen Hoffnungen zu verpflichten, sich „zu engagieren, um die drohenden Dystopien zu verdrängen“, wie es Katie Stelmanis beschreibt, Austras Bandleaderin, die von Maya Postepski (aka Princess Century), Dorian Wolf und Ryan Wonsiak tatkräftig unterstützt wird. „Es geht nicht nur darum, Hoffnung in die Zukunft zu setzen, sondern darum, dass jeder gefordert ist, an der Gestaltung der Zukunft mitzuwirken. Die Grenzen, wie die Zukunft aussehen wird, sind ebenso faszinierend wie endlos. Das hat weniger damit zu tun ‚’politisch’ zu sein, sondern über Grenzen hinaus zu denken – und das in jedem Bereich.“

Future Politics, eine Sammlung ebenso dringlicher wie stringenter Hymnen für Dancefloor und Kopfhörer, fordert jeden auf, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass die Apokalypse alles andere als unausweichlich ist, sondern ein von Menschen verursachtes Resultat wäre. Der Appell des Albums zielt auf eine Welt ohne Grenzen, in der eher menschliches Mitgefühl und Neugierde die technologischen Innovationen antreiben als die Profitgier; in der die Notwendigkeit der Arbeit ersetzt wird durch Zeit für Kreativität und die Weiterentwicklung der Persönlichkeit; und in der Terror und Zerstörung, die durch Kolonialismus und die Vorherrschaft der weißen Rasse verantwortet sind, endgültig als dunkles Zeitalter der Menschheitsgeschichte gelten werden. Dieses Album ist purer Radikalismus als Destillat aus elektrisierenden Beats, großartigen, kinetischen Melodien und der empfindsam majestätischen Stimme von Katie Stelmanis. Future Politics ist mit seinen stetig treibenden Rhythmen und seinen sirenenhaften Synthesizer-Sounds Hymne und Ultimatum zugleich: Wir haben die unbedingte Pflicht, uns eine bessere Welt vorzustellen – und zwar die bestmögliche.

Katie Stelmanis hat das Album geschrieben, produziert und saß am Mischpult; Maya Postepski fungierte bei der Hälfte des Albums als Co-Produzentin. Abgemischt wurde es von Alice Wilder, die für die Band sonst den Live-Sound abmischt, und gemastered wurde das Album schließlich von Heba Kadry in New York.

Bereits die erste Single „Utopia“ ist ein Musterbeispiel an Eindringlichkeit: herzerfüllend unwiderstehlicher Pop wie aus der Luft gegriffen. „Freepower“ handelt von dem Paradox, dass unsere physische Welt bedroht ist während gleichzeitig die Evolution unseres kollektiven Bewusstseins rasant voranschreitet – es ist kaum abzustreiten, dass wir voneinander ebenso abhängig sind wie von den Systemen, die wir erfinden. „Wenn man die Probleme des globalen Kapitalismus lösen will“, so die Schlussfolgerung von Stelmanis, „muss man sich in die Gedankenwelt der Kapitalisten dieser Welt hineinversetzen können.“

Mit dem Entstehungsprozess von Future Politics begannen Austra im Grunde genommen noch einmal bei Null. Nach dem Debütalbum, Feel It Break aus dem Jahr 2011, und dem von der Kritik gefeierten zweiten Album Olympia aus dem Jahr 2013 war die Band fünf Jahre lang nahezu ununterbrochen auf Tournee und Katie Stelmanis ein halbes Jahrzehnt ohne feste Adresse. Die Bandleaderin ließ sich in Montreal nieder und fühlte sich zumeist sehr einsam, was einerseits an der Sprachbarriere lag, andererseits am Scheitern einiger wichtiger Beziehungen, sowohl romantischer als auch bandinterner. „Ich wusste, dass das Schreiben dieses Albums zunächst einmal nichts mit Musik zu tun haben würde“, erklärt Katie Stelmanis. „Es bedurfte einer anderen Zielsetzung als nur meines eigenen Egos.“ Das Kernstück des Albums, „I’m a Monster“, wie auch „Angel in Your Eye“, behandeln eben jene Schnittmenge aus persönlicher Depression und kollektiver Verzweiflung.

Verzweiflung kann lähmend wirken, aber auch als Katalysator dienen, aktiv zu werden – je weniger man darüber hinweg sehen kann, desto stärker wird der Handlungsbedarf. „Ich steckte in einem Prozess, meinen eigenen Zynismus zu bezwingen“, erinnert sich Stelmanis. „Dabei bin ich auf eine ganze Reihe von Philosophen und Ökonomen gestoßen, die über reale Möglichkeiten geschrieben haben, die Gesellschaft neu zu erfinden.“ Texte, die sich mit Klimawandel und wirtschaftlichen Desastern auseinandersetzten und praktische Alternativen anboten: Inventing the Future: Postcapitalism and a World Without Work von Nick Srnicek und Alex Williams; This Changes Everything von Naomi Klein; Rebel Cities von David Harvey. So beschäftigt sich der Opener des Albums, „We Were Alive“ damit, „die eigene Apathie zu überwinden – politischer und vor allem ehrlicher zu werden.“

Im Jahr 2015 zog Katie Stelmanis nach Mexiko City, wo das Album fertiggestellt wurde. (Die Fotografie für das Cover-Artwork entstand auf dem berühmten Anwesen Cuadra San Cristóbal, das von dem mexikanischen Architekten Luis Barragan entworfen wurde.) „Es war eine Zeit, die mir viel Kraft gegeben hat und die auch in kreativer Hinsicht befreiend auf mich wirkte – ich bin völlig in die mexikanische Kultur eingetaucht, in den magischen Realismus seiner reichen und zugleich sehr gewaltsamen Geschichte“, erzählt Stelmanis. „Die wachsende Ungleichheit zwischen Arm und Reich ist ein im Alltag allgegenwärtiges Thema in Mexiko, ebenso wie Kolonialismus, Neoliberalismus und die brutalen Auswirkungen von NAFTA auf Lateinamerika. Was ich über diese geschichtlichen Zusammenhänge las und mit dem verglich, was die Kapitalismustheorie der Weißen in der Schule lehrt, ließ die Themen, mit denen ich mich in Montreal beschäftigt hatte, noch viel globaler und bedeutsamer erscheinen.“ „43“, das letzte Stück des Albums, beschäftigt sich mit einem Thema, das weit über Mexiko hinaus Schlagzeilen gemacht hat: mit den 43 im Jahr 2014 verschwundenen Studenten aus Iguala, Guerrero. Geschrieben wurde der Song aus der Perspektive einer Mutter auf der verzweifelten Suche nach ihrem Sohn.

In Mexiko lernte Katie Stelmanis „eine ganze Generation lateinamerikanischer Produzenten“ kennen, „die traditionelle Folkmusik mit Techno-Beats mischt. Das ist eine Untergrundrevolution, die ihre Wurzeln in der Erhaltung und Würdigung der indigenen Kulturen Lateinamerikas hat, und auch in dem Unabhängigkeitsstreben Lateinamerikas von den USA – was den Bestrebungen von A Tribe Called Red in Kanada sehr ähnelt.“ Eine weitere Inspirationsquelle ist die europäische Club Culture: Acts wie Objekt, Peter Van Hoesen, Lena Willikens und Massive Attack, die Koryphäen der 1990er – allesamt Künstler, die Dancefloor als Quelle radikaler Ideen und grenzenloser Lebensfreude betrachten.

Stelmanis’ Musik hatte schon immer politische Sprengkraft – nach der Highschool gehörte sie gemeinsam mit Maya Postepski und Emma McKenna der Riot-grrrl-Band Galaxy an, aber die Politik „ist umso wichtiger geworden, je älter ich geworden bin. Ich habe mehr Sexismus in der Musikindustrie erlebt, ich bin Zeuge geworden, wie die Mittelklasse kollabiert ist, und ich habe die ganzen Jahre mit George W. Bush und Stephen Harper (Anm.: der letzte kanadische Ministerpräsident) erdulden müssen.” (Ihr letztes Album nennt ausschließlich Frauen als Produzentinnen und Toningenieurinnen.) Das Klischee, das radikale Geister mit zunehmendem Alter konservativer werden, wird hier auf den Kopf gestellt. Wenn man alt genug ist, dass man sowohl das Albtraumhafte wie das Phantastische gesehen und erlebt hat, aber jung genug ist, vom Rest des Lebens noch viel zu erwarten, scheint mehr Radikalität auch eine Sache des gesunden Menschenverstands zu sein.

Veränderung und Wandel, schreibt Rebecca Solnit, kommen von „Schriftstellern, Gelehrten, Intellektuellen, Aktivisten und Menschen, die sich in sozialen Medien engagieren“, aber auch von „Künstlern, den Clubszenen, Partys, Teenagern und Ghettos“, ergänzt Katie Stelmanis. „Jede individuelle Idee über die Zukunft hat ihren eigenen Wert und ist relevant, besonders die von Freaks, Schwulen und Außenseitern.“ Das Schicksal selbst in die Hand nehmen und dies auf eine globale Ebene zu übertragen: Das ist der Ethos einer eigenständigen und selbstbestimmten Kultur. „Wenn man in der kulturellen Landschaft Wandel bewirken will – und das tun wir als Künstler – ist es ganz essentiell, den Mainstream zu verändern.“

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