|
DELBO “Havarien”
Artist: DELBO Titel: „Havarien“ VÖ: 05.05.2006 Katalog-Nr.: 9300013 Tonträger: CD-Album Label: Loob Musik Vertrieb: Universal Website: www.delbomat.de Website: www.loobmusik.de
Info: liebe delbo! für mich war das ja von anfang an klar: als 2004 in bremen 800 leute, die eigentlich hauptsächlich wegen uns gekommen waren, bei eurem konzert ollektiv ausrasteten, um danach euren kompletten merchstand leerzukaufen. sie haben wohl gemerkt, wie ernst ihr es meint. wie uneingeschränkt ehrlich und direkt ihr musik nicht nur machen wollt und könnt, sondern es tun müsst. eure musik transportiert dringlichkeit. da muss was raus. ich glaube ja, dass nur so große musik entsteht: weil etwas verarbeitet werden will, weil etwas mitzuteilen ist. weil etwas gefühlt wird.
ist es, weil ihr keine alltagsproblemchen wälzt, sondern euch den größeren unfällen stellt? denen, mit denen man nicht fertig wird, die man zu tragen versucht, und die einen unmerklich wachsen lassen? das vermute ich stark. denn dieses neue album von euch ist so reif, dass es sagen kann, was ist, ohne einem den mut zu nehmen. und das mit worten, die ich auswendig lernen will. das schaffen nur noch zwei andere bands, die ich kenne.
damals in bremen wart ihr etwas überrumpelt und überglücklich. mit dieser platte im gepäck werdet ihr euch in zukunft an solche situationen gewöhnen müssen. und wisst ihr was: ihr könnt so etwas tragen. alles gute und auf bald,
erik langer | kettcar hamburg, 26.01.2006
innen / innen. die beherrschung fällt mir schwer. das freundliche nebenbei kann hier meine sache nicht sein. denn auch nach gefühlten routinefördernden tausend durchläufen ist die beläufigkeit des folgenden satzes vor allem produkt eines konsequenten zusammenreißens, doch er ist halt wahr und muss halt auch einmal so locker geschrieben werden: es gibt ein neues, drittes delbo-album. es ist anders und besser und noch umwerfender, als es die entwicklung dieser band von "holt boerge" zu "innen/außen" vielleicht hat erwarten lassen. sein name ist "havarien".
stück für stück und oft genug zur eigenen überraschung haben tobias siebert, daniel spindler und florian lüning ihr drittes album zusammengesetzt. sie nahmen abschied von liebgewonnenen einfachheiten, skelettierten den noisepop der vorgängeralben, fanden in der reduktion die luft zum atmen. so wurden lärmreferenzen zurückgebaut, zerstört nun kein schmückendes beiwerk die aride eleganz der gitarre-bass-schlagzeug-aufnahmen, lenkt keine falsche unbescheidenheit ab von dem monströsen schritt nach vorn, den diese band gemacht hat.
virtuoser denn je lassen delbo hier musikfragmente mit- und gegeneinander laufen. kristallines picking, sacht aufbegehrende bassloops, erzählendes schlagzeug umzirkeln einander, trennen und treffen sich, werden zu so komplexen wie dann doch eindeutigen arrangements verwoben. daniel spindler singt dazu, so sicher und darauf eingestellt wie auf keiner delboaufnahme zuvor. es entsteht brüchiger pop, dichtgewobene schönheit voller sollbruchstellen, dichter an karate und blonde redhead diesmal als an fugazi oder the plan. die auslassung spendet leben, die verweigerung verleiht charakter. und nie waren dabei text und musik einander stärker verbunden.
denn "havarien" lässt instrumente, stimme und worte gemeinsamkeiten finden, ohne eines dem anderen unterzuordnen oder sie zu schmeicheleischwer klebrigem miteinander zu zwingen. als unerschütterlich beteiligte chronisten dokumentieren delbo das versagen der zustände, schauen sie hinter längst verfaulte kompromisse. jenseits der groben, inhalte überfahrenden und wahrheiten unmöglich machenden behelfssprache aktueller popmusik definieren sie eigene wege und zeichen. das hier ist die antithese zur pappigen leichtigkeit in musik und text, die hoffen, lieben und sehnen stets nur zielorientiert begreifen kann. keine poesiealbumtragödien, kein existenzielles irgendwieunwohlsein. "havarien" ist das ganz große, umwerfende, niederschmetternde ding.
die beherrschung fällt mir schwer. denn daniel spindler, tobias siebert und florian lüning haben mit "havarien" eine blaupause für musik vorgelegt, ein gerüst, an, auf und mit dem zukünftig zu arbeiten sein wird, und eine tief gehende, berührende platte, die zu tränen bewegt und zur bewegungslosigkeit betört. und kein infowort und kein abriss der eigenen ergriffenheit können ihr gerecht werden. sie will wiederum neue werke, die sie erklären, neu deuten und weiterentwickeln. es liegt an anderen, diese platte voller entwürfe und umstürze aufzugreifen und in immer neue lichter zu stellen. weil auch die längst nicht mehr mein ist.
sebastian cleeman | kate mosh
delbo: daniel spindler / bass & gesang florian lüning / schlagzeug tobias siebert / gitarre
Tracklisting: 1. Slalom 04:18 2. Saldo 05:05 3. Delgado 05:26 4. Reprise 04:54 5. Peroma 04:33 6. Partie 04:53 7. Figur 04:32 8. Depart 06:23
Netz: www.delbomat.de www.loobmusik.de www.radiobuellebrueckstudio.com
Tourdaten: 19.05.06 Leipzig, pop up mit Naked Lunch, Klez.e u.a. 21.05.06 Berlin, Roter Salon 22.05.06 Dresden, Scheune mit Klez.e 23.05.06 Hamburg, Prinzenbar mit Klez.e 25.05.06 Hannover, béi Ché Heinz mit Klez.e und ef 26.05.06 Neustrelitz, Immergut. OHNE UNS, nur Klez.e! 28.05.06 Erfurt, Centrum mit Klez.e . 30.05.06 Darmstadt, Oetinger Villa mit Klez.e 31.05.06 Dortmund, Bakuda mit Klez.e 01.06.06 Traunstein, Café Festung mit Klez.e 02.06.06 Luzern (ch), Treibhaus mit Klez.e 03.06.06 München, Orangehouse mit Klez.e und Freizeit 98 04.06.06 Stuttgart, Rocker 33 mit Klez.e 05.06.06 Wien (a), Shelter mit Klez.e 06.06.06 Frankfurt/Main, Clubkeller mit Klez.e 07.06.06 Köln, Subway mit Klez.e 08.06.06 Wiesbaden, Kulturpalast mit Klez.e 09.06.06 Reutlingen, Café Nepomuk mit Klez.e 28.07.06 Hannover, béi Ché Heinz Flockenpop Festival 02.09.06 Storkow, Mamallapuram Festival. mit Clickclickdecker, the man u.a.
Anfragen Online-Promotion an: info at add-on-music dot de
|